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Sicher über die Grenze: von Mexiko nach Guatemala

Grenzübergänge sind immer ein heikles Thema und halten auch häufig eine (unangenehme) Überraschung parat. Häufig ist diese unangenehme Überraschung eine vor dem Transfer nicht kommunizierte saftige Gebühr on Top, bei der man sich nicht ganz sicher ist, ob diese jetzt rechtens ist oder ob man gerade abgezogen wird. Gerade wenn man alleine unterwegs ist und/oder der Landessprache nicht ganz mächtig ist, tendiert man doch dazu, „einfach“ zu zahlen, damit man seine Ruhe hat und problemlos die Grenze überqueren darf. Mit diesem Erfahrungsbericht möchte ich Euch daher zur Hand gehen und Euch dabei helfen, diverse Abzocken zu vermeiden – und wie man damit umgeht, falls man doch in eine Touristenfalle gerät.

#backpackinghacks für den Grenzübergang

1) Das Allerwichtigste: Suche Dir die richtige Reiseagentur aus

Am besten eine Agentur, die auch eine feste Adresse bzw. Anlaufstelle hat, damit Du dich im Zweifel beschweren kannst.

 Wenn Du auf der Straße unterwegs bist und Dich jemand anspricht mit „hey, ich habe da noch einen Platz in meinem Bus“, sorgfältig Deine Adresse notiert und direkt Dein Geld einzieht, ist es schon des Öfteren passiert, dass dieser angebliche Guide trotz aller Versprechungen nicht am nächsten Tag zur vereinbarten Zeit aufgetaucht ist und Du dein Geld dennoch nie wieder siehst.

 

2) Informiere Dich über den Ablauf des Grenzübergangs

Häufig bieten Reiseagenturen den Transfer zu einem bestimmten Preis an, ohne jegliche Infos mit an die Hand zu geben. Bei uns wurde schon häufig versäumt zu erwähnen, dass wir nochmal den Wagen wechseln oder, dass wir eine Gebühr beim Übergang entrichten müssen. Bei Punkt 2) bist Du eventuell sogar gerade, denn es lohnt sich auch immer, einen Blick ins Internet zu werfen und nach Erfahrungsberichten zu suchen.

 

3) Nehme immer etwas Geld mit für den Fall der Fälle

Normalerweise versucht man bei Landesaustritt immer die komplette Währung loszuwerden, aber behaltet Euch doch ein paar Notgroschen ein, falls Ihr plötzlich doch eine Gebühr löhnen müsst. Ich führe übrigens auch immer USD oder EUR mit mir, damit ich im Zweifel damit zahlen kann.

 

4) Gebe niemals deinen Reisepass im Bus aus der Hand

Auch hier habe ich schon des Öfteren Horrorgeschichten von Backpackern gehört, dass Ihnen der Reisepass entwendet wurde, weil man für Sie den Grenzübergang manage, und Sie Ihn letztendlich erst gegen eine deftige Zahlung zurückerhalten haben, weil es angeblich so teuer war. Lasst Euch nicht verarschen: Besteht darauf, selbst „über die Grenze zu gehen“.

 

5) Lass Dich nicht von den Grenzbeamten abzocken

Informiert Euch über die Gebühren und traut Euch ruhig nein zu sagen. Die versuchen es einfach oft. Bestes Beispiel „Mexiko-Guatemala“: hier wollten sie die Gebühr doppelt kassieren, die man eigentlich schon mit seinem Flug nach Mexiko bezahlt hat. Ich habe dann einfach darauf beharrt, dass ich das schon gezahlt habe, dem Beamten freundlich mein Flugticket und meine Touristenkarte gezeigt und habe schließlich keine Widerworte mehr bekommen. Ein paar andere unserer Gruppe hatten allerdings gezahlt und wollten ihr Geld im Nachhinein zurück – das könnt ihr vergessen. Einmal abkassiert, gibt es keinen Weg zurück. Ihr müsst immer im Hinterkopf behalten, dass das für die Leute viel Geld ist und sie sich häufig denken, „ach, die Europäer haben das Geld ja, das tut ihnen nicht weh“.

 

Grenzübergang: Mexiko - Guatemala

Es gibt im Endeffekt zwei sehr beliebte Grenzübergänge:

 

1) von Palenque nach Flores (diesen haben wir gewählt)

2) von San Cristobal nach Antigua oder Lago die Atitlan

 

Die Grenzübergänge schenken sich im Endeffekt nichts und sind – um Euch direkt zu beruhigen – recht unspektakulär. Es kommt schlichtweg auf Eure Reiseplanung an. Transfers werden in beiden Städten zu einem fairen Preis (ca. 600 Pesos) wie Sand am Meer angeboten. 

Palenque nach Flores (via La Ceiba) - Ein kurzer Erfahrungsbericht

Wir haben das Reisebüro „Transportadora Turistica“ direkt neben der ADO-Station in Palenque gewählt und waren sehr zufrieden.

Von Palenque nach La Ceiba

Zwar hat der Fahrer uns am Morgen mit etwas Verspätung am Hostel abgeholt (9:00 Uhr war die angegebene Abholzeit), aber wir waren dennoch pünktlich in Flores und der Rest lief reibungslos ab. Transportmittel war ein Mini-Van, in dem etwa 10 Personen Platz fanden. Die Fahrt verlief sehr unspektakulär bis nach La Ceiba, wo wir die Grenze überqueren sollten. Dann wurde es spannend:

(a) Ausreise:

Wir mussten zunächst aus Mexiko heraus. Und sollten bei Ausreise eine Gebühr von 575 Pesos entrichten. Lasst Euch an dieser Stelle nicht einschüchtern: Ihr habt diese Gebühr bereits in Eurem Flugticket inkludiert, wenn Ihr via Flugzeug in Mexiko eingereist seid. Ihr müsst lediglich Eure Touristenkarte, die Ihr bei der Immigration erhalten habt, vorzeigen und – für ganz große Zweifler – Euer Flugticket parat haben. Die Beamten versuchen es fast immer, ob jemand zahlt, also besteht einfach darauf, dass Ihr bereits gelöhnt habt und nach ein paar Widerworten geben sie normalerweise recht schnell auf.

(b) Einreise

Nachdem die erste Diskussion gewonnen war, graute es mir schon etwas vor der Einreise. Denn hier hieß es, dass sie an der Grenze teilweise einfach willkürliche Gebühren (häufig 100 Pesos) aufrufen, die an sich nicht rechtens sind, aber trotzdem zum Problem werden können, wenn man sich weigert, zu löhnen. Uns wurde gesagt: zahlt die 100 Pesos einfach, falls sie sie verlangen. Doch wir hatten Glück: der Beamte warf einen Blick in meinen Pass, begutachtete mich, drückte den Stempel rein und nickte mich schließlich weiter.

Von La Ceiba nach Flores

Nach dem Grenzübergangsspektakel kehrte wieder Ruhe ein. Wir fuhren mit einem anderen Wagen weiter, da wir ein neues Kennzeichen brauchten. Der Alte blieb auf der anderen Seite der Grenze zurück. Und wie versprochen, kamen wir pünktlich gegen 16 Uhr in Flores an.

Ankunft in Flores

Hier wurde es allerdings nochmal komisch. Wir hielten kurz vor der Brücke zur Insel an und ein Touristenführer (wahrscheinlich von einer kooperierenden Agentur) stieg ein und wollte uns direkt Touren verkaufen – die total überpreist waren. Wir gingen nicht darauf ein und hoben in der Zeit Geld ab, da es in Flores nur einen Geldautomaten gibt, der häufig leer ist. Ich würde Euch empfehlen, auf jeden Fall die Gelegenheit zum Geld abheben zu nutzen, falls sie Euch geboten wird. Anschließend wurden wir auf der Insel abgesetzt, wo sich bereits Taxis um uns scharten. Auch diese lehnten wir dankend ab und liefen zum Hostel. Die Insel ist nämlich sehr klein und alles ist fußläufig gut machbar.

Fazit:

Ein einfacher Grenzübergang, bei dem Ihr Euch keine Sorgen machen braucht, wenn Ihr ein paar Hacks berücksichtigt und Euch nicht einschüchtern lasst. Da hatte ich schon wesentlich Schlimmere in Asien erlebt.

Key Facts

Reisebüro: Transportadora Turistica (neben der ADO-Busstation)

Preis: 600 Pesos

Route/Grenze: Palenque nach Flores über La Ceiba

Dauer: Abholung um 9:00 Uhr, Ankunft um 16:00 Uhr

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